Antisemitismus

und täglich grüßt das Murmeltier

Über 70 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus und dessen mörderischen, rassistischen Terrorregime, nach der Shoa, in der Millionen von Jüdinnen und Juden, nur aufgrund des Umstandes, dass sie, nach dem Nürnberger Rassengesetz, Jüdinnen und Juden waren, diskriminiert, entrechtet, beraubt, vertrieben und/oder ermordet wurden, ist der Antisemitismus noch immer Teil des politischen und gesellschaftlichen Miteinanderlebens. Wir müssen in Europa einen zunehmend offenen, dumpfbackenen und gewaltbereiten Antisemitismus erleben, der von unterschiedlichen Gruppen getragen wird. Der ewiggestrige Antisemitismus trifft auf jenen der Globalisierungsgegner und linken „IsraelkritikerInnen“ und den neuen, muslimischen Antisemitismus. So unterschiedlich die Weltbilder dieser Gruppen auch sein mögen, sie vermengen sich meist unproblematisch in der „neuen Alliance der AntisemitInnen“.  

Klar ist, dass diese Alliance und jede sich darunter subsumierbare Gruppe, die Demokratie per se in Frage stellen, denn wenn einer Gruppe von Menschen, bzw. was beim Antisemitismus ja sehr oft der Fall ist, einer „imaginären Gruppe“ von Menschen, die selbstverständliche Gleichheit abgesprochen wird, wird der Gleichheitsgrundsatz zwangsweise zerstört. Und ohne diesen selbstverständlichen Gleichheitsgrundsatz ist Demokratie nicht zu denken.  

In dieser Rubrik werde ich meine Diskussionsbeiträge zum Definitionsversuch, was Antisemitismus ist, genauso veröffentlichen, wie zu seinen neuen und alten Formen und den aktuellen Artikulationen dieses negativen Ismus.


Was ist Antisemitismus? Der Versuch einer Definition.

In meiner Publikation „Über Opfer, Täter und jene dazwischen. Wie Antisemitismus die Zweite Republik mitbegründete“ habe ich, aus rein politikwissenschaftlicher Sicht, versucht, eine Definition des Phänomens „Antisemitismus“ zu erarbeiten. Mein Vorschlag beruht zentral auf der Frage, wie dieser Ismus einzuordnen ist und wie die, durch ihn erzeugte Ausgrenzung des „imaginären Kollektivs“ der Juden und Jüdinnen begriffen werden muss.

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Antizionismus als Teil des globalen Antisemitismus

Michael Walzer hat in seinem Gespräch mit Ulrich Speck „Über linke Israel-Kritik“

(in:  Rabinovici/Speck/Sznaider „Neuer Antisemitismus?“) den Zusammenhang von Antizionismus mit linker Ablehnung des nationalstaatlichen Konzeptes, dessen Scheitern und dem innewohnenden Antisemitismus im linken Antizionismus aufzeigt...

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